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Singatmung und Phonationsatmung

Frau führt Singatmung aus

Was ist Singatmung warum eignet sie sich am Besten für das Singen?

Du hast bestimmt schon mal von der Unterscheidung zwischen der flachen Brustatmung und der tiefen Bauch- oder Zwerchfellatmung gehört. Welche der beiden Arten zu atmen eignet sich am besten für das Singen? Die Antwort lautet: Keine der Beiden! Die so genannte Sprech- oder Singatmung ist vielmehr eine Kombination beider Atemtypen. Deshalb nennt man sie auch „kombinierte“ bzw. „Phonationsatmung“.

Mit der Sprech- bzw. Singatmung atmen wir kurz ein und lange aus. Mit dieser Art zu atmen gelangen wir genauso schnell an Luft wie mit der flachen Brustatmung, die wir für anstrengende körperliche Aktivitäten brauchen. Trotzdem geht der Atem bei der Singatmung tief wie bei der langsamen Bauchatmung, die sich beim Entspannen oder im Schlaf einstellt. In den Bauch zu atmen erlaubt uns, mehr Luft aufzunehmen, als wenn wir flach in die Brust atmen. 

Um dabei schnell an Luft zu kommen, müssen wir lernen, unseren Bauch blitzschnell zu entspannen. So haben wir genug Luft beim Singen von langen Tönen und Balladen. Auch beim Singen schneller Songs wirst Du auf diese Weise in kurzen Einatmungspausen immer ausreichend Luft aufnehmen. Gleichzeitig kräftigst Du Deine Atem-Muskulatur und gewöhnst Dich daran, die „schnelle“ Bauchatmung zu benutzen. 

Die Atem-Stütze

Um genug Luft zu haben, lange Töne zu stabilisieren und dabei Druck von den Stimmbändern zu nehmen, trainieren Sänger und Sprecher zusätzlich das sogenannte gestützte Ausatmen. Was wir als „Atem-Stütze“ bezeichnen, ist ein komplexer Vorgang, der die Luft, die wir ausatmen, dosiert und dadurch den Druck verringert, der bei der Ausatmung auf die Stimmbänder wirkt. Der trainierte Sänger und Sprecher ist in der Lage, beim Ausatmen die Dehnungsspannung des Einatmens beizubehalten und so den Luftdruck lange konstant zu halten – daher kommt der Begriff „auf dem Atem singen“.

Warum ist das Stützen wichtig?

Durch das Stützen wird der Atemstrom dosiert. Bei langen Sätzen oder Gesangsparts geht einem daher nicht so schnell die Luft aus. Durch einen regelmäßigen Ausatemstrom werden die Töne stabilisiert und wackeln nicht mehr. Ungefähr wie ein Wasserstrahl, auf dem ein Ball tanzt: Wenn der Wasserdruck schwankt, fällt der Ball herunter. Ist unser Ausatmen unregelmäßig, wackelt auch unser Ton. 

Außerdem wird durch das Stützen der Druck von den Stimmbändern genommen. Gerade bei hohen Tönen neigen viele dazu, zu pressen. Dabei werden die Stimmbänder gegen das darüber liegende Taschenband gedrückt. Dadurch kann es zu Reibung, Entzündung und Knötchenbildung auf den Stimmbändern kommen. 

Unsere Kehlmuskulatur sollte sich immer weich und geschmeidig anfühlen. Voraussetzung dafür ist die Körperanbindung durch das Stützen. Sie ist auch deshalb so wichtig, damit der Gesang in Momenten der stimmlichen Hochleistung nicht durch Druck und Spannungen beeinträchtigt wird. Die Basis des gesunden Singens ist deshalb eine durch eine geschmeidige und flexible Stütze erreichte, entspannte Tongebung.

Die Dehnung unseres unteren Bauches und des unteren Rückens hilft sicherzustellen, dass der Atem tief genug in den Körper strömt, um eine tiefere Position des Zwerchfells zu erreichen. Es ist fast unmöglich, einen ausgeglichenen Ton zu erzeugen, wenn der Atem nicht tief genug ist. Die Dehnung des unteren Rückens ermöglicht sekundär auch die Dehnung der unteren Bauchmuskulatur. In jedem Fall müssen die Dehnung des unteren Rückens und die der Bauchmuskulatur zusammenwirken, um eine ausreichend tiefe Atmung zu erreichen.

Die tiefe Bauchatmung: für alle Menschen ein Gewinn

Die Sing- bzw. Sprechatmung empfiehlt sich für Sängerinnen und Sänger von Anfängern bis Fortgeschrittene, weil die richtige Atmung Grundlage ist für eine gesunde und tragfähige Stimme. Aber auch Menschen, die beruflich viel sprechen müssen, profitieren von dieser Art, zu atmen.

Wie ich am Anfang erwähnte, ist eine tiefe Bauchatmung aber auch im Alltag und für alle Menschen empfehlenswert. So wird unser Atem nicht nur zum Taktgeber, sondern auch zum Lebensspender. Wir können besser schlafen, fühlen uns fitter und wacher, auch Blockaden lösen sich. 

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Sing a Song – Be Happy!